Fabian Rüther
Doktorand
Projekt
“Uns kann nicht leicht sein”? Leichtigkeit und die Produktion von Gegenwart in der Literatur der frühen Bundesrepublik
Betreuer*innen
Prof. Dr. Johannes Lehmann
Prof. Dr. Moritz Baßler
Die Literatur der frühen Bundesrepublik kennzeichnet eine neue, heute vergessene Leichtigkeit. Einher geht mit dieser Leichtigkeit eine Selbstbescheidung der Funktion der Literatur in der liberalen Gesellschaft und die Aufwertung von Phänomenen der Gegenwart zu legitimen Referenzobjekten. Trotz des sich hierdurch ausdrückenden gewachsenen bundesrepublikanischen Selbstbewusstseins wird Leichtigkeit in den Texten nicht anstelle von, sondern trotz ,schwerer’ Sujets wie Krieg und Zivilisationsbruch, Traumata oder atomarer Bedrohung profiliert und ist somit nicht als Verdrängung oder Eskapismus zu beschreiben, sondern vielmehr als ein neuer Modus, der es den Texten allererst erlaubt, Gegenwart zu produzieren ohne sich als Trivial- oder Unterhaltungskultur zu positionieren. Ausgehend von dieser These ist das Ziel des Dissertationsvorhabens die systematische Reflexion von Leichtigkeit als Verfahren zur Revision der Literaturgeschichte der frühen Bundesrepublik anhand der Analyse der Romane Ferdinand, der Mann mit dem freundlichen Herzen (1950) von Irmgard Keun und Am grünen Strand der Spree (1955) von Hans Scholz sowie der frühen post-naturmagischen Lyrik Karl Krolows.
Profil
- seit 10/2023
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am DFG-Graduiertenkolleg 2291 "Gegenwart/Literatur" der Universität Bonn -
2021 – 2022
Masterstudium Kulturpoetik der Literatur und Medien an der Universität Münster - 2018-2022
Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl Moritz Baßler - 2016-2021
Studium des Zwei-Fach-Bachelors Deutsch/Philosophie an der Universität Münster
- gemeinsam mit Fabian Böker: Organisation des Workshops »Beobachten/Dokumentieren als Praktiken und Verfahren der deutschsprachigen Literatur der langen 70er-Jahre« (24.10.2025)
- Urlaub im Kriegsgebiet - Unheimliche Nachbarschaften auf den Syntagmen von Film und Literatur der 50er Jahre, Vortrag im Rahmen des Dokotorand*innen-Workshops in Kooperation mit dem Institut für Germanistik der Universität Wien, 23./24.01.2025
- West-östliche Epochenverschleppungen: Gregor von Rezzoris Ein Hermelin in Tschernopol und der Mythos "Mitteleuropa", Vortrag im Rahmen der Internationalen Tagung "Sensus non-Communis. Gegenwarten im Widerstreit", 13./14.06.2025
t.b.a.
t.b.a.